Der aufpolierte Weihnachtsmann

„Also“, sprach der Himmelvater,als persönlicher Berater,
zu dem Weihnachtsmann: “Ich nehme an, du hast Probleme ?"

„Weißt du“, sagt der rote Dicke,wenn ich in den Spiegel blicke
bin ich oft am überlegen,ob die Menschen mich noch mögen?

Denn mein Outfit, das entspricht der neuen Mode längst schon nicht mehr.
Seh' mich nicht als Weihnachtsbote, mehr als rote Chili-Schote.

Rudolph , diese lahme Ente sollte auch bereits in Rente,
denn es wird heut’ – ungelogen - längst mit Überschall geflogen!

Wenn es schneit in meinen Schlitten sitze meistens ich inmitten
knöchelhohem Schnee beim Fliegen.Werd' wohl bald das Rheuma kriegen.

Viele Kinder mailen, chatten mir, was sie so gerne hätten,
aber der PC samt Maus  wird verschenkt vom Nikolaus.

Ein Gerücht wird auch verbreitet von Erwachs’nen, das bedeutet:
dass es mich nicht gibt auf Erden! Damit soll ich fertig werden?“

„Nun“, der Himmelvater nickte, „das ist's, was dich so bedrückte?
Schad’, wenn wegen dieser Dinge Weihnachten nun flöten ginge!

All die Großen und die Kleinen würden sicher um dich weinen.
Gegen einige der Sachen, lässt sich sicher etwas machen.

Ein paar Engel, ein paar Elfen sollen dir in Zukunft helfen.
Und vergiss nicht für die Nerven, ständig Kekse einzuwerfen.

In dem Spiegel zu dem Affen sag’: Jawoll, ich werd’ es schaffen!
Du bekommst dann noch, mein Guter, deinen eigenen Computer.

Trag’ das Outfit, dieses Rote, doch versuch’ mal eine Schote
Chili Rudolph anzudrehen. Na, da wird die Post abgehen!

Und weil der sich schon seit Jahren wünscht, mal richtig schnell zu fahren,
wird dein Schlitten jetzt ein Heuler : kriegt 'nen Motor, Dach und Spoiler !“

"Danke ! Ja, das hilft mir weiter" sprach der Weihnachtsmann da heiter
und schritt stolz, wie nie zuvor, durch das gold'ne Himmelstor.

Zu dem Christkind und den Engeln draußen rief er: „Schluss mit Quengeln!“
und danach in alter Sitte: „Rudolph, vor den Schlitten bitte!

Doch heut brauchst du nicht zu ziehen. Wenn erst unsre Düsen glühen,
hat das Tempo keine Schranken ! Doch zuvor muss ich noch tanken."

Vom Computer unterstützt, saust er heuer wie ein Blitz,
durch den weihnachtlichen Himmel.

Horch mal ! Hörst du sein Gebimmel ?

  ( mit freundlicher Genehmigung von Sonja Bartl )
  (Weitere Gedichte findet ihr hier auf Ihrer HP >>> )

Weihnacht in den Bergen

Auf einem goldenen Schimmel
reitet`s Christkind vom Himmel,
bringt ein Sack gute Sachen ,
dass die Kinder grad lachen .

Und der Schnee , der tut glitzen ,
und die Sterne , die blitzen ,
und die Kerzen im Dunkeln ,
seht , wie sie funkeln!

Was hat`s zu bedeuten ,
dass die Glocken so läuten
und die Büchsen so krachen
und solch Getöse machen ?

Horch ! Da hört man sie singen ,
und lieblich tut`s klingen :
“ O du heilige Nacht ,
hast`s Christkind gebracht . “
                              
    ( Volksgut )

Durch den Flockenfall
klingt süßer Glockenschall.
Ist in der Winternacht
ein süßer Mund erwacht.

Herz , was zitterst du
den süßen Glocken zu ?
Was rührt den tiefsten Grund
dir auf der süße Mund ?

Was verloren war ,
du meintest , immerda ,
das kehrt nun all zurück ,
ein selig Kinderglück .

O du Nacht des Herrn
mit deinem Liebesstern ,
aus deinem reinen Schoß
ringt sich ein Wunder los .

( Gustav Falke )

Nächtliche Stille! Heilige Fülle ,
wie von göttlichen Segen schwer,
säuselt aus ewiger Ferne daher .

Was da lebte ,
was aus engem Kreise
auf ins Weiteste strebte,
sanft und leise
sank es in sich selbst zurück
und quillt auf in unbewußtem Glück .

Und von allen Sternen nieder
strömt ein wunderbarer Segen ,
daß die müden Kräfte wider
sich in neuer Frische regen ,
und aus seinen Finsternissen
tritt der Herr , soweit er kann ,
und die Fäden , die zerrissen ,
knüpt er alle wieder an .

                                          
( Friedrich Hebbel )

Wintersonnenwende !
Nacht ist nun zu Ende !
Schenkest , göttliches Gestirn ,
neu dein Herz an Tal und Firn .

O der teuren Brände !
Hebet hoch die Hände !
Lasset uns die Guten loben !
Liebe ,Liebe , dir da droben !

Wintersonnenwende !
Nacht hat nun ein Ende !
Tag hebt an , goldgoldner Tag.
Blühn und Glühn und Lerchenschlag !
O du Schlummers Wende !
O du Kummers Ende .

( Christian Morgenstern )

Ihr Hirten erwacht , erhellt ist die Nacht !
Wie strahlt`s aus der Ferne , wie schwinden die Sterne !
Es naht sich , es naht sich die leuchtende Pracht .
Der Herr ist zugegen mit himmlischer Macht .

O fürchtet euch nicht vor göttlichem Licht !
So tröstet in Freude auf Bethlehems Weide
ein Engel des Herrn die Hirten im Feld ,
ein Bote des Friedens der sündigen Welt.

Nicht länger verweilt , nach Bethlehem eilt !
Da lieget im Stalle das Heil für euch alle,
ein Kindlein geboren in Armut und Not ,
um siegreich zu wenden die Sünd und den Tod .

Die Hirten geschwind hineilen zum Kind ;
froh singen die Chöre der himmlischen Heere .
Im Stalle die Hirten dem Kind sich nah`n ,
erkennen die Gottheit und beten es an .

( Altes Volkslied )

Ein Fichtenbaum steht einsam
im Norden auf kahler Höh `:
Ihn schläfert ; mit weißer Decke
umhüllen ihn Eis und Schnee .

Er z´träumt von einer Palme ,
die , fern im Morgenland ,
einsam und schweigend trauert
auf brennender Felsenwand .

( Heinrich Heine )

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